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Begriff

Arbeitnehmer erhalten für die Dauer einer Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit Krankengeld, wenn der Anspruch auf Lohn- oder Gehaltfortzahlung durch den Dienstgeber erschöpft ist.

Bitte beachten Sie, dass das Krankengeld nur als teilweiser Ersatz des entfallenden Arbeitsverdienstes anzusehen ist.

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Dauer des Krankengeldanspruches

Krankengeld gebührt ab dem 4. Tag eines Krankenstandes und für die weitere Dauer dieses Krankenstandes.

Nach den gesetzlichen Bestimmungen erhalten Sie Krankengeld grundsätzlich bis zu einer Dauer von 26 Wochen.

Die Anspruchsdauer erhöht sich auf 52 Wochen, wenn der Versicherte innerhalb der letzten 12 Monate vor Eintritt des Versicherungsfalles 6 Monate zur Krankenversicherung gemeldet war.

Tipp

Die BKK Mondi leistet das Krankengeld im Einzelfall über die Dauer von 52 Wochen hinaus bis zu 78 Wochen, wenn aufgrund einer chef(kontroll)ärztlichen Begutachtung das Erreichen der Arbeitsfähigkeit des Versicherten zu erwarten sein wird.

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Höhe des Krankengeldes

Sofern kein Ruhensgrund vorliegt, beträgt das Krankengeld

ab dem 4. Tag der Arbeitsunfähigkeit infolge Krankheit

  • 50 % der Bemessungsgrundlage

und ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit

  • 60 % der Bemessungsgrundlage.
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Lohnsteuerpflicht

Krankengeld ist nach den Vorschriften des Einkommensteuergesetzes nur bis zu einer Höhe von täglich EUR 30,00 lohnsteuerfrei.

Gebührt ein höheres Krankengeld, so ist nur für den über EUR 30,00 hinausgehenden Betrag Lohnsteuer von 25,0 Prozent zu leisten.

Der lohnsteuerpflichtige Anteil des Krankengeldes wird von den Kassen direkt an die Finanzämter abgeführt.

Der als Lohnsteuer einbehaltene Betrag ist auf der Auszahlungsinformation gesondert ausgewiesen.

Krankengeldbezüge aufgrund einer Leistung nach dem Arbeitsmarktservice (z. B. Arbeitslosengeld, Notstandshilfe) werden lohnsteuerfrei ausbezahlt.

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Wegfall des Krankengeldanspruches

Versagungsgründe

Das Krankengeld gebührt nicht, wenn die Arbeitsunfähigkeit

  • Folge einer schuldhaften Beteiligung an einem Raufhandel oder
  • unmittelbare Folge von Trunkenheit oder des Missbrauches von Suchtgiften ist.

Verwirkungsgründe

Der Anspruch auf Krankengeld aus dem betreffenden Versicherungsfall steht nicht zu, wenn

  • der Versicherungsfall durch Selbstbeschädigung vorsätzlich herbeigeführt wurde
  • der Versicherungsfall durch die Verübung einer mit Vorsatz begangenen gerichtlich strafbaren Handlung eingetreten ist, wofür der Versicherte zu einer mehr als einjährigen Freiheitsstrafe rechtskräftig verurteilt worden ist.

Den im Inland wohnenden, bedürftigen Angehörigen gebührt die Hälfte des Krankengeldes, das dem Versicherten gebührt hätte, sofern ihr Unterhalt mangels anderweitiger Versorgung vorwiegend vom Versicherten bestritten wurde und sie an der Ursache der Versagung oder des Verwirkens nicht schuldhaft beteiligt waren.